Religion und Expansion

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Die Eroberung der Meere durch christliche Mächte im 16. Jahrhundert war nicht nur ein Akt der Expansion, sondern auch ein religiöser Konflikt zwischen Katholizismus und Protestantismus. Während die Eroberer uneins im Umgang mit Ureinwohnern waren, entflammte der religiöse Kampf zwischen Philipp II. von Spanien und Elisabeth I. von England. In Deutschland fehlten herausragende Figuren. Kaiser Rudolf II. wurde oft als Bremse oder „Aufhalter“ in der Geschichte betrachtet.

Die konfessionellen Konflikte zwischen Lutheranern und Calvinisten prägten die innerdeutsche Politik und drängten Deutschland aus dem globalen Kampf der Eroberungsmächte. Der Calvinismus wurde zur treibenden Kraft hinter der Seefahrt und der Expansion westlicher Mächte. Der Glaube an die Vorherbestimmung prägte das Selbstverständnis und den Erfolg der Calvinisten.

Während historische Studien oft territorial ausgerichtet blieben und die Bedeutung des Meeres ignorierten, war die britische Eroberung der Meere im 16. Jahrhundert eine wegweisende Entwicklung. Sie legte die Trennung von Land und Meer fest, wobei das Trockenland den souveränen Staaten gehörte, das Meer hingegen England.

Seekriege begannen, sich strategisch und taktisch von Landkriegen zu unterscheiden. Sie symbolisieren zwei verschiedene Welten und Rechtsüberzeugungen. Die britische Seemacht führte zu globaler Dominanz und prägte die Akzeptanz einer maritimen Existenz als Grundlage für eine Weltmacht.

Diese Ideen wurden von führenden Wirtschaftswissenschaftlern, Juristen und Philosophen propagiert und von der Bevölkerung akzeptiert, ohne die historischen Ursprünge zu hinterfragen.