Die neue Raumrevolution

Dauer: 02:29

Alfred Thayer Mahan, ein amerikanischer Admiral, versuchte, die Prinzipien der englischen Seeherrschaft in das Industriezeitalter zu übertragen. Sein Werk „The Influence of Sea Power upon History“ wurde vor allem von der deutschen Marine und Admiral Tirpitz hoch geschätzt. Mahan schlug 1894 die Wiedervereinigung von England und den Vereinigten Staaten vor, basierend nicht auf kulturellen Bindungen, sondern der Aufrechterhaltung der englischen Vorherrschaft auf See. Er argumentierte, dass die USA aufgrund ihrer Weite ein geeigneter Kandidat für die Aufrechterhaltung der britischen Vorherrschaft auf dem Meer seien. England sei seiner Insellage entwachsen.

Mahans Vision stand im Gegensatz zu Disraelis Wunsch, das britische Imperium nach Asien zu verlagern, und entsprach eher dem Konzept eines transplantierten Imperiums in Amerika. Allerdings erkannte Mahan nicht, wie die Industrialisierung die Beziehung zwischen Menschheit und Meer grundlegend veränderte, und seine Theorie wurde überholt. Seine Theorie konzentrierte sich zwar auf die geopolitische Sicherheit, doch ihr fehlte die Vitalität der früheren Allianz zwischen abenteuerlustigen Seefahrern und calvinistischer Prädestinationslehre.

Die industrielle Entwicklung und Technologie schritten im späten 19. Jahrhundert schnell voran und leiteten das Zeitalter der Elektronik und Elektrodynamik ein. Deutschland holte zwischen 1890 und 1914 auf und überholte sogar England in Bereichen wie Maschinenbau, Schiffbau und Dampfmaschinen. Der Erste Weltkrieg wurde unter dem Einfluss dieses schnellen industriellen und technologischen Fortschritts geführt, während die Nationen sich der bevorstehenden nächsten Raumrevolution nicht bewusst waren. Die Erfindung des Flugzeugs markiert eine neue Ära im Transportwesen und in der Kriegsführung und symbolisiert die Eroberung eines neuen elementaren Raums durch die Menschheit.

Sein Symbol könnte der mythische Urvogel Ziz sein. Doch auch mit ihm wird das menschliche Streben sich nicht erschöpfen.