Zwischen zwei Welten

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Das Römische Reich im vierten nachchristlichen Jahrhundert war eine Welt im Umbruch. Gerade erst hatten die Verwaltungsreformen Kaiser Diokletians Ruhe und Stabilität wiederhergestellt, da sah sich das alte Reich bereits neuen Herausforderungen gegenüber. In dieser Übergangszeit wuchs eine Generation heran, die später als die „letzte heidnische Generation“ bekannt wurde und einen historischen Bruch markiert. Sie lebte in einer Welt, die noch fest im Glauben an die alten Götter verwurzelt war. Doch schon zogen sich erste christliche Veränderungen durch die Politik.

Die Männer dieser Generation wuchsen in Städten auf, die von Tempeln, Statuen und heidnischen Festtagen geprägt sind. Ihre Eltern hatten noch die letzten großen Christenverfolgungen erlebt. Ihre Kinder hingegen sollten das Christentum bereits als Normalität ansehen. Diese Generation lebte mitten in einem historisch einmaligen Wandel. Sie passte sich an, arrangierte sich, verteidigte manches Alte und übernahm manches Neue. Und doch blieb ihr Blick auf die Welt stark vom Heidentum geprägt. Wer verstehen will, wie die heute immer noch dominante Weltreligion die Macht übernahm, muss sich mit dieser letzten Generation der römischen Heiden auseinandersetzen.