Die USA waren seit ihrer Gründung lange Zeit geopolitisch isoliert. Die Grundlage für die geopolitischen Ambitionen der USA legte die Industrialisierung. Sie verschmolz mit den Vorzügen der freien Marktwirtschaft.
Ihren ersten Übersee-Krieg führten die USA erst 1898 gegen Spanien. Die Eroberung der Philippinen, Hawaiis und anderer spanischer Kolonien führte zum Vorstoß der USA in den Pazifikraum. Die Sicherung der Vorherrschaft über den atlantischen und den Pazifischen Ozean durch den Bau des Panamakanals untermauerte den Anspruch auf die alleinige Kontrolle der westlichen Hemisphäre.
Nach dem Ersten Weltkrieg verschmolzen im Vierzehn-Punkte-Plan des Präsidenten Woodrow Wilson amerikanischer Idealismus mit amerikanischer Macht.
Der selbstzerstörerische Zweite Weltkrieg besiegelte das Ende des europäischen Zeitalters und den Aufstieg der außereuropäischen Sieger: der Sowjetunion und der USA.
Die nachfolgenden 50 Jahre waren durch den ideologischen, technologischen und kulturellen Wettstreit des Kalten Kriegs geprägt. Die führende Seemacht USA stand der führenden Landmacht des chinesisch-sowjetischen Blocks gegenüber. Geopolitisch wurde dieser Konflikt vor allem an den östlichen und westlichen Rändern Eurasiens ausgetragen. Dort gelang es den USA entlang der Küsten Brückenköpfe zu etablieren.
Die Vormachtstellung Amerikas brachte eine neue internationale Ordnung hervor. Sie bevorzugt konsensorientierte Entscheidungsfindung und demokratische Mitgliedschaft innerhalb der wichtigsten Bündnisse. Der außenpolitische Einfluss der USA, der die innenpolitischen Erfahrungen ihrer pluralistischen Gesellschaft widerspiegelt, setzt auf dieses globale Ordnungssystem der Einbindung.
Mittels ihrer organisatorischen, wirtschaftlichen, technologischen und militärischen Überlegenheit entschieden die USA den Kalten Krieg schließlich für sich. Ein weiterer wesentlicher Faktor dazu war, dass die wichtigsten Verbündeten der USA, Deutschland und Japan, die amerikanische Kultur bewunderten. Russland dagegen wurde von seinen Vasallen in Mitteleuropa und von China mehrheitlich verachtet.
Heute beherrschen die USA die Ozeane. Ihr Militärapparat ist der einzige mit weltweitem Aktionsradius. Ihre nicht greifbare Macht schöpfen die USA aus der Beherrschung der weltweiten Kommunikationssysteme, der Unterhaltungsindustrie und der Massenkultur. Durch ein weltweites Netz von Sonderorganisationen wie dem Internationalen Währungsfonds oder der Weltbank vertreten sie ihre Interessen zudem indirekt. Die USA sind in allen Domänen globaler Macht unangefochten und damit die einzige globale Supermacht.