Schlussfolgerungen

Dauer: 02:19

Amerikas globale Vorherrschaft ist in ihrer Ausdehnung und Art einzigartig. Sie ist eine Hegemonie neuen Typs. In Eurasien lässt sich kein größeres Problem ohne die Beteiligung der USA oder gegen ihre Interessen lösen.

Doch auch der Macht der USA sind Grenzen gesetzt. Verschleißerscheinungen sind unvermeidlich. Ohne ein gezieltes Engagement der USA wird die internationale Bühne von Unordnung beherrscht. Sie müssen eine einheitliche, umfassende und langfristige Geostrategie für Eurasien als Ganzes formulieren und verfolgen. Dies erfordert ein geostrategisches Verständnis und den bewussten und selektiven Einsatz amerikanischer Ressourcen.

Wie beim Schach müssen die Strategen der USA etliche Züge im Voraus durchdenken und mögliche Züge des Gegners vorwegnehmen. Kurzfristig bedeutet das, den derzeit herrschenden Pluralismus auf der Landkarte Eurasiens zu festigen und fortzuschreiben. Jede gegnerische Koalition zu verhindern, erfordert ein hohes Maß an Traktierung und Manipulation.

Längerfristiger gedacht könnte sich ein globaler Kern echter gemeinsamer politischer Verantwortung herausbilden. Die Konzentration hegemonialer Macht in den Händen eines einzigen Staates wird auf Dauer immer weniger in die weltpolitische Landschaft passen. Eine von den USA angeregte und vermittelte, sich ausdehnende Kooperation mit wichtigen eurasischen Partnern könnte die Voraussetzungen für eine Aufwertung der bestehenden und zunehmend veralteten UN-Strukturen verbessern.

Die mit einem geopolitischen Pluralismus Eurasiens einhergehende Stabilität ließe sich schließlich in ein transeurasisches Sicherheitssystem einbetten. Zum ersten Mal in der Geschichte könnte dieses den gesamten Kontinent umfassen.

Ein geostrategischer Erfolg dieser Zielsetzung wäre die angemessene Erbschaft, die Amerika als erste, einzige und letzte echte Supermacht der Nachwelt hinterlassen würde.