Oswald Spengler entwirft eine radikale Kritik an der politischen, moralischen und wirtschaftlichen Verfassung Deutschlands nach dem Ersten Weltkrieg. Parteienherrschaft, Bürokratisierung, geistlose Bildung und ein entkerntes Rechtsverständnis haben den Staat innerlich ausgehöhlt. Die Entwertung von Arbeit, Eigentum und der Währung zerstört die gesellschaftliche Ordnung. Steuerpolitik und Inflation erscheinen als Verfallserscheinungen. Nach außen zeigt sich Deutschland machtlos, nach innen führungslos. Spengler fordert eine Rückbesinnung auf Tugend, Charakter und nationale Formkraft als Voraussetzung für deutsche Wiedergeburt und Souveränität.
Der Geschichtsdenker Oswald Arnold Gottfried Spengler (1880–1936) ist besonders für sein Monumentalwerk "Der Untergang des Abendlandes" bekannt. Er ist der Konservativen Revolution zuzurechnen, die unter anderem mit der liberalen Ausrichtung der Weimarer Republik nicht einverstanden war.
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