„Die dionysische Weltanschauung“ ist Nietzsches frühes, posthum veröffentlichtes Bekenntnis zur schöpferischen Macht des Rausches. In dieser Schrift von 1870 untersucht er die Geburt der Kunst aus den Gegensätzen des Apollinischen – Maß, Form, Illusion – und des Dionysischen – Ekstase, Auflösung, Natur. Nietzsche entwirft hier das Fundament seiner späteren Philosophie: Kunst als metaphysische Tätigkeit, als Antwort des Lebens auf das Leiden an sich selbst. Der Text zeigt einen jungen Denker, der die Grenzen der Vernunft shklprengt und das Dionysische als Ursprung aller Kultur begreift – radikal, visionär, ungebändigt. Er wurde erst mit dem Nachlass veröffentlicht.
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Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844–1900) war zunächst Philologie-Professor in Basel. 1879 musste er die Universität aus gesundheitlichen Gründen verlassen. Auf der Suche nach einem Aufenthaltsort, der seiner angeschlagenen Gesundheit half, schrieb er einige der bedeutendsten Bücher der abendländischen Philosophie. Dabei entwickelte er seinen eigenen, energischen Stil der Philosophie: eine leidenschaftliche und dem Leben verpflichtete Denkweise, die das Leben als eine Kraft begreift. Ihre Fülle und volle Energie findet sie in einer aristokratischen und erobernden Existenzweise.
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