In „Utopia“ entwirft Thomas Morus das faszinierende Bild einer scheinbar idealen Gesellschaft: fern von den Ungerechtigkeiten des frühneuzeitlichen Europas. Auf der abgelegenen Insel Utopia herrschen Vernunft, gemeinschaftliches Eigentum und ein ausgeklügeltes politisches System, das das Wohl aller über individuelle Macht stellt. Morus präsentiert diesen Staat in Form eines fiktiven Reiseberichts, der zum Nachdenken über Freiheit, Gerechtigkeit und soziale Ordnung anregt. „Utopia“ bleibt ein zeitloses Werk, das unsere Verhältnisse spiegelt, hinterfragt und zum Nachdenken über alternative Formen des Zusammenlebens anregt. Unser Wort „Utopie“ leitet sich von diesem Buchtitel ab: Ein guter Ort, der nicht existiert. Aber: Ist Morus’ Utopie wirklich lebenswert?
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Thomas Morus (1478–1535) war ein englischer Humanist, Jurist und Staatsmann der Renaissance. Als enger Berater Heinrichs VIII. stieg er bis zum Lordkanzler auf. Sein berühmtestes Werk, „Utopia“ (1516), entwarf das Ideal einer gerechten, rational organisierten Gesellschaft und prägte dauerhaft politische Philosophie und Literatur. Morus war ein entschiedener Verfechter des Katholizismus und verweigerte die Anerkennung von Heinrichs Bruch mit Rom. Wegen „Hochverrats“ verurteilt, wurde er 1535 hingerichtet. 1935 sprach die Kirche ihn heilig. Sein Leben steht für besipielhaft Gewissensfreiheit, Humanismus und intellektuelle Unabhängigkeit.
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